Arten von Fußpflege

Die Praktik der Fußpflege wird allgemein in zwei Bereiche, der normalen, kosmetischen Fußpflege (Pediküre) und der medizinischen Fußpflege (Podologie) unterschieden.

Unter die Methoden der kosmetischen Pediküre fallen, insbesondere das Schneiden und Formen von Zehennägeln sowie die Entfernung von Hornhautschwielen. Darüber hinaus ebenso dekorative, desinfizierende, pflegerische und prophylaktische Maßnahmen wie Massagen oder reinigende Fußbäder am gesunden Fuß. Üblicherweise wird dies in Kosmetikstudios praktiziert.

Im Unterscheid dazu, umfasst die medizinische Fußpflege die präventive, therapeutische oder rehabilitative Behandlung am gesunden, von Schäden bedrohten oder bereits erkrankten Fuß. Darunter fallen Praktiken wie die fachkundige Entfernung und Behandlungen von Warzen und Hühneraugen sowie Vorkehrungen zur Entlastung schmerzhafter Stellen am Fuß. Durch eigenständige pflegerische und medizinische Behandlungsmaßnahmen können darüber hinaus pathologische Veränderungen am Fuß, die ärztliche Behandlung erfordern, diagnostiziert werden. Zum Patientenprofil eines Podologen zählen vor allem Diabetiker, Bluter oder Rheumatikeraufgrund häufig auftretender Durchblutungsstörungen, Fehlstellungen an Fuß und Zehen oder Pilzinfektionen. In Deutschland wird die medizinische Fußpflege ausschließlich von staatlich ausgebildeten Fußpflegern oder Podologen durchgeführt, die meist eng mit dem behandelnden Arzt zusammenarbeiten.

Ausbildung der Fußpflege

Ausbildung zum medizinischen Fußpfleger/in

shutterstock_204236077Mit dem Inkrafttreten des Podologengesetzes (PodG) vom Januar 2002 darf nur ein Podologe die Berufsbezeichnung med. Fußpfleger/in tragen. Dies erfodert eine 2 jährige vollschulische Ausbildung an einer Berufsfachschule, die mit anschließender staatlicher Prüfung absolviert werden muss.

Innerhalb dieser Ausbildung lernt der / die Auszubildende unter anderem:

  • den Aufbau des Bewegungssystems (Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven, Blutgefäße) sowie der Haut mit ihren Drüsen

  • welche Krankheiten durch z.B. Rheuma, diabetische Folgeschäden, Gicht, Gerinnungs- und Durchblutungsstörungen oder
    Veränderungen im Alter, am Fuß auftreten können

  • die Arten der manuellen, apparativen, physikalischen und medikamentösen podologischen Behandlungsmethoden, und bei
    welcher Erkrankungen diese einzusetzen sind (z.B. Massage, Einsatz von Instrumenten, pflegerische Maßnahmen)

  • die Anfertigung und den richtigen Einsatz von Orthosen, Nagelkorrekturspangen und Verbandsstoffewelche und weiteren
    Produkten / Hilfsstoffen die bei der podologischen Behandlung zum Einsatz kommen

  • die Erhebung eines podologischen Befunds sowie die Planung einer Behandlung ggf. unter ärztlicher Mitwirkung

  • Anforderungen die an orthopädisches Schuhwerk und Einlagen zu stellen sind

  • fachkundige Entscheidungskompetenzen, welche angeborenen und erworbenen Erkrankungen der Haut (Allergien, Entzündungen,
    Pilzinfektionen, Verhornungsstörungen, Erkrankungen und Veränderungen der Nägel) sowie Deformationen und Verletzungen der
    Füße einer podologischen Behandlung bedürfen

  • fachkundige Entscheidungskompetenzen wann ein Patient an einen Arzt überwiesen werden muss

  • Kenntnisse über die richtige Verhütung bzw. Bekämpfung von Infektionen durch geeignete Hygienemaßnahmen

Ausbildung zum kosmetischen Fußpfleger/in

shutterstock_113888797Im Unterschied zur medizinischen Fußpflege Ausbildung ist die kosmetische Ausbildung nicht einheitlich geregelt.

Die Ausbildung wird an Berufsfachschulen für Kosmetik und Fußpflegeschulen oder in praktizierenden Firmen angeboten und kann je nach
Anbieter innerhalb eines Wochenendkurses oder über mehrere Wochen verteilt absolviert werden. Aufgrund dieser Unterschiede sollten
Angebote sowie Qualifikationen der jeweiligen Ausbildung genau verglichen werden. Die Inhalte der Ausbildung konzentrieren sich auf das
professionelle Kürzen der Fußnägel, die Reinigen von Nagelpfalz und Fußzwischenräumen  sowie das Entfernen leichter Hornschwielen und
das Feilen und Lackieren der Nägel. Hierbei wird nur am gesunden Fuß gearbeitet.